{"id":152,"date":"2026-06-18T05:35:34","date_gmt":"2026-06-18T05:35:34","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.ruedt.ch\/?p=152"},"modified":"2026-06-18T05:35:34","modified_gmt":"2026-06-18T05:35:34","slug":"verd-cash-bezahlen-ohne-dass-das-geld-einfach-verschwindet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.ruedt.ch\/?p=152","title":{"rendered":"VERD.cash: Bezahlen, ohne dass das Geld einfach verschwindet"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin im letzten Herbst zum ersten Mal auf\u00a0<a href=\"https:\/\/www.verd.cash\/\">VERD.cash<\/a>\u00a0aufmerksam geworden. Nicht durch eine grosse Kampagne, sondern ganz klassisch: durch ein Plakat. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darauf wurde eine Bezahlkarte beworben, mit der man im Laden bezahlen kann \u2013 aber mit einem kleinen Unterschied.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder eigentlich mit einem ziemlich grossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">VERD.cash ist eine Prepaid-Karte. Man l\u00e4dt Geld darauf und bezahlt damit im Laden, \u00e4hnlich wie mit anderen Karten auch. Der eigentliche Unterschied liegt nicht beim Bezahlen selbst, sondern bei dem, was danach passiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was passiert mit den Geb\u00fchren?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich in einem Laden mit Karte bezahle, zahlt der Laden daf\u00fcr eine Geb\u00fchr. Diese Geb\u00fchr fliesst normalerweise an Banken, Kartenanbieter und Zahlungsdienstleister. F\u00fcr Kundinnen und Kunden ist das kaum sichtbar. F\u00fcr kleine L\u00e4den ist es aber durchaus relevant.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch bei VERD.cash f\u00e4llt eine Geb\u00fchr an. Sie betr\u00e4gt 0,6 Prozent. Der wichtige Punkt: Ein Teil davon fliesst in einen Topf f\u00fcr die eigene Gemeinde. Dort kann das Geld sp\u00e4ter f\u00fcr lokale Projekte eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.ruedt.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ChatGPT-Image-17.-Juni-2026-13_26_04-576x1024.png\" alt=\"Die Grafik zeigt den Unterschied zwischen Einkauf mit normaler Karte zu Einkauf mit VERD.cash\" class=\"wp-image-155\" srcset=\"https:\/\/blog.ruedt.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ChatGPT-Image-17.-Juni-2026-13_26_04-576x1024.png 576w, https:\/\/blog.ruedt.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ChatGPT-Image-17.-Juni-2026-13_26_04-169x300.png 169w, https:\/\/blog.ruedt.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ChatGPT-Image-17.-Juni-2026-13_26_04-768x1365.png 768w, https:\/\/blog.ruedt.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ChatGPT-Image-17.-Juni-2026-13_26_04-864x1536.png 864w, https:\/\/blog.ruedt.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ChatGPT-Image-17.-Juni-2026-13_26_04.png 941w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das fand ich spannend genug, um mir eine Karte zu bestellen. Die Karte war gratis, ich habe 100 Franken daraufgeladen \u2013 und dann kam die erste Ern\u00fcchterung: In meinem Quartier gab es damals gar keinen Laden, in dem ich damit bezahlen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Idee war gut. Nur die Praxis war noch nicht ganz so weit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jetzt funktioniert es auch in Bern<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen hat sich das ge\u00e4ndert. Einer der L\u00e4den in Bern, der VERD.cash akzeptiert, ist&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.onkelurs.com\/\">Onkel Urs<\/a>. Ich bin hingegangen und habe Lisa gefragt, weshalb sie mitmacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre Antwort war ziemlich klar: Sie st\u00f6rt sich an den hohen Geb\u00fchren der anderen Kartenanbieter. Und sie findet es sinnvoll, wenn die Geb\u00fchren, die ohnehin anfallen, hier bleiben und f\u00fcr gute Projekte eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Einrichtung sei unkompliziert gewesen. Nach ihrer Einsch\u00e4tzung dauerte sie etwa f\u00fcnf Minuten, kostete nichts und brauchte deutlich weniger Nerven als andere technische L\u00f6sungen im Laden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist ein wichtiger Punkt. Denn viele gute Ideen scheitern nicht an der Idee selbst, sondern daran, dass sie f\u00fcr die Leute, die sie umsetzen m\u00fcssten, zu kompliziert sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Noch kennen es zu wenige<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf die Frage, wie viele Leute schon mit VERD.cash bezahlen, war die Antwort ebenfalls klar: zu wenige.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das \u00fcberrascht nicht. Neue Zahlungsl\u00f6sungen haben es schwer. Man muss zuerst wissen, dass es sie gibt. Dann muss man eine Karte haben. Und dann muss man auch noch daran denken, sie beim Bezahlen zu verwenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lisa verglich es mit einer guten Flasche Wein: Es braucht vielleicht einfach etwas Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mir gef\u00e4llt dieser Vergleich. VERD.cash ist keine App, die von heute auf morgen alles ver\u00e4ndert. Es ist eher eine kleine Gewohnheits\u00e4nderung. Statt die \u00fcbliche Karte ans Terminal zu halten, nimmt man eine andere. Der Einkauf bleibt gleich. Aber die Wirkung kann eine andere sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wo kann man mit VERD.cash bezahlen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.onkelurs.com\/\">Onkel Urs<\/a>&nbsp;kann man VERD.cash in Bern und Umgebung zum Beispiel auch bei der&nbsp;<a href=\"https:\/\/gelateriadiberna.ch\/\">Gelateria di Berna<\/a>, im&nbsp;<a href=\"https:\/\/maeritladen.ch\/\">M\u00e4rit Laden Wabern<\/a>&nbsp;oder in der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.aess-bar.ch\/\">\u00c4ss-Bar<\/a>&nbsp;nutzen. Die Liste w\u00e4chst laufend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer wissen will, wo VERD.cash bereits akzeptiert wird, findet die aktuelle \u00dcbersicht auf der Seite mit den&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.verd.cash\/standorte\">VERD.cash-Standorten<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wer selbst ausprobieren m\u00f6chte, wie das funktioniert, kann die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.verd.cash\/karte-bestellen\">VERD.cash-Karte online bestellen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine kleine Karte mit einer grossen Frage<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich zahle nun, wenn es m\u00f6glich ist, mit VERD.cash. Nicht aus Prinzip gegen andere Karten. Sondern weil mich die Frage interessiert, wohin das Geld fliesst, das bei jeder Zahlung ohnehin anf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bargeldloses Bezahlen ist bequem. Aber bequem heisst nicht automatisch fair. Wenn ein Teil der Geb\u00fchren in der Gemeinde bleibt und daraus lokale Projekte entstehen k\u00f6nnen, ist das zumindest ein Versuch, den Zahlungsverkehr etwas anders zu denken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je mehr Leute mitmachen, desto gr\u00f6sser wird die Chance, dass daraus tats\u00e4chlich etwas entsteht: ein Quartierprojekt, eine Verbesserung im \u00f6ffentlichen Raum, eine kleine Unterst\u00fctzung f\u00fcr etwas, das sonst vielleicht nicht finanziert w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder einfacher gesagt: Bezahlen m\u00fcssen wir sowieso. Dann kann man auch einmal ausprobieren, ob dabei nicht etwas mehr zur\u00fcckbleibt als nur eine Quittung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin im letzten Herbst zum ersten Mal auf\u00a0VERD.cash\u00a0aufmerksam geworden. Nicht durch eine grosse Kampagne, sondern ganz klassisch: durch ein Plakat. 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