Auf den ersten Blick wirkt der Japankäfer unscheinbar. Mit einer Grösse von rund einem Zentimeter und seinem metallisch grün schimmernden Körper fällt er kaum auf. Doch der invasive Schädling kann erhebliche Schäden in der Landwirtschaft, im Weinbau und in privaten Gärten verursachen. Deshalb gehört er zu den Arten, deren Ausbreitung in der Schweiz konsequent überwacht und bekämpft wird.
Ein Schädling mit grossem Appetit
Der Japankäfer (Popillia japonica) stammt ursprünglich aus Ostasien und hat sich in den vergangenen Jahren in Teilen Europas ausgebreitet. Das Problem: Er ist wenig wählerisch. Die ausgewachsenen Käfer fressen an den Blättern, Blüten und Früchten von mehr als 400 Pflanzenarten. Dazu zählen unter anderem:
- Reben
- Obstbäume
- Rosen
- Ahorn und andere Laubbäume
- verschiedene Beeren- und Gemüsepflanzen
Während die Käfer oberirdisch Schäden verursachen, leben ihre Larven im Boden. Dort ernähren sie sich von Graswurzeln und können Rasenflächen sowie Wiesen stark schädigen.
Die Lage in der Schweiz
Der Japankäfer wurde erstmals im Tessin nachgewiesen. Seither überwachen Bund und Kantone seine Ausbreitung intensiv. Ziel ist es, neue Populationen möglichst früh zu erkennen und ihre weitere Verbreitung zu verhindern. Inzwischen wurden auch in weiteren Kantonen Befallsherde festgestellt, weshalb die Überwachung laufend ausgebaut wird.

Besonders gefährdet sind Regionen mit intensivem Obst- und Weinbau sowie Gebiete entlang wichtiger Verkehrsachsen. Denn der Käfer legt weite Strecken häufig nicht aus eigener Kraft zurück, sondern reist unbemerkt mit Fahrzeugen oder Transportgütern mit.
Wie wird der Japankäfer bekämpft?
Eine zentrale Rolle spielen Lockstofffallen. Sie enthalten spezielle Duftstoffe, welche die Käfer anziehen. Die Fallen dienen in erster Linie der Überwachung und helfen den Behörden dabei, neue Befallsherde frühzeitig zu entdecken.

Werden Käfer nachgewiesen, kommen je nach Situation weitere Massnahmen zum Einsatz. Dazu gehören Einschränkungen beim Transport von Pflanzen oder Erde sowie gezielte Bekämpfungsmassnahmen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Was tun bei einem Verdachtsfall?
Wer einen Japankäfer entdeckt, sollte ihn nicht einfach wieder fliegen lassen. Das Bundesamt für Landwirtschaft empfiehlt:
- den Käfer möglichst einzufangen,
- ihn unschädlich zu machen,
- den Fund zu fotografieren und
- ihn dem zuständigen kantonalen Pflanzenschutzdienst zu melden.
Wer aus einem Befallsgebiet – beispielsweise dem Tessin oder Norditalien – zurückkehrt, sollte ausserdem Gepäck und Fahrzeug kontrollieren. Der Japankäfer reist häufig als «blinder Passagier» mit.
Gemeinsam die Ausbreitung eindämmen
Der Japankäfer mag klein sein – seine Auswirkungen können jedoch gross sein. Landwirtschaft, Weinbau, Gartenbau und öffentliche Grünanlagen sind gleichermassen betroffen. Umso wichtiger ist es, die Bevölkerung zu sensibilisieren und verdächtige Funde ernst zu nehmen.
Je früher neue Vorkommen entdeckt werden, desto grösser sind die Chancen, die Ausbreitung dieses invasiven Schädlings einzudämmen.
Weitere Informationen
Ausführliche Informationen zur aktuellen Situation, zu den Befallsgebieten sowie zur Erkennung und Bekämpfung des Japankäfers stellt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bereit:
https://www.blw.admin.ch/de/japankaefer-aktuelle-situation

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